Was hat mich da gestochen?Admin2018-08-07T15:28:12+00:00

Wespenstich richtig behandeln

Kind mit Wespenstich - Wespennest entfernenDie schwarz-gelben Wespenarten wehren sich mit einem kräftigen Pieks, wenn sie sich bedroht fühlen – dabei injizieren sie ein Gift. Darum ist es mitunter keine gute Idee, barfuß über einen Rasen zu laufen. Ja, das Gras fühlt sich herrlich an. Aber sowohl Bienen als auch Wespen fühlen sich am Boden wohl, nehmen dort Nahrung auf und leben teilweise unter der Erde.

Und so erkennen Sie einen Wespenstich: Er ist sehr schmerzhaft und sofort spürbar. Rund um die Stichstelle bildet sich eine deutliche Schwellung (bis zu zehn Zentimeter), die zudem gerötet ist. Wenn noch ein Stachel in der Haut steckt, war es übrigens eine Biene. Deren Stachel ist mit einem Widerhaken versehen – weshalb die Biene sich ihren Stachel selbst herausreißt, wenn sie wegfliegt. Das ist tödlich für sie. Die Wespen hingegen können ihren Stachel ein- und ausfahren und somit mehrfach stechen.

In Deutschland sind 3,3 % der Bevölkerung von systemischen Reaktionen nach Insektenstichen betroffen, 2 % reagieren mit mittelgradigen bis schweren Symptomen. Üblicherweise liegt eine Bienen- und Wespengiftallergie getrennt voneinander vor; sehr selten reagiert man auf beide Insektengifte. Eine Insektengiftallergie kann in den meisten Fällen gut behandelt werden, wenn sie einmal diagnostiziert ist. Eine entsprechende Vorsorge für den Ernstfall wird jedoch unbedingt empfohlen.

Wenn die Wespen bereits zugeschlagen haben:

  1. nicht kratzen, kühlende und juckreizstillende Mittel aus der Apotheke besorgen.
  2. Hilfe bei Insektenstichen verspricht ein batteriebetriebenes Gerät, das punktuell Wärme erzeugt. Durch diese Wärme – rund 50 Grad – wird die Eiweißverbindung des Insektengiftes in ihre Struktur verändert, der Juckreiz bleibt aus. Allerdings sollte die Anwendung wirklich unmittelbar nach dem Stich erfolgen. Das alte Hausmittel, eine Tasse mit heißer Flüssigkeit an die Einstichstelle zu drücken, erfüllt denselben Zweck.
  3. Daneben gibt es eine Reihe weiterer bewährter Hausmittel, die Juckreiz zu lindern vermögen. Eine aufgeschnittene Zwiebel oder Kartoffel auflegen: Sie sind basisch, entziehen Giftstoffe und verhindern verstärktes Anschwellen und Juckreiz.
  4. Essigsaure Tonerde, Franzbranntwein sowie entzündungshemmende und juckreizstillende Gele, Salben oder Stifte aus der Apotheke bringen rasche Hilfe und sollten daher in keiner Hausapotheke fehlen.

Mückenstich erkennen

Nur weibliche Mücken stechen, weil sie das Protein aus unserem Blut für die Eiablage brauchen. Dabei injizieren sie über ihren Speichel ein gerinnungshemmendes Eiweiß – darauf reagiert unsere Körper sozusagen allergisch. Es juckt!

Besonders schmerzhaft ist der Biss der Bremsen (lat. Tabanidae). Bei uns kommt die Regenbremse am häufigsten vor. Bei schwülwarmem Wetter und Regen ist sie besonders blutdurstig. Bremsen können durch Kleidung hindurchbeißen und gelten als Überträger gefährlicher Krankheiten, etwa der Borreliose.

Der Wadenstecher (lat. Stomoxys calcitrans) ist ein wärmeliebender Doppelgänger der Stubenfliege und hält sich gern in Räumen auf. Weil er vor Müll und Tierkadavern nicht Halt macht, ist er Träger zahlreicher Krankheitserreger. Im Gegensatz zu vielen anderen Stechmücken sind bei den Wadenstechern beide Geschlechter auf Blutsaugen aus. Gelsen (lat. Culex) sind in unseren Breiten das Sinnbild des lästigen Blutsaugers, der auch Krankheiten übertragen kann. In Nord- und Osteuropa übertragen Gelsen das Sindbis-Fieber mit Hautausschlägen und Gelenksschmerzen. In Österreich ist mit den Gelsen das West-Nil-Virus angekommen. Möglicherweise ist die hier entdeckte Virusvariante jedoch weniger gefährlich als jene, die in den USA bereits Todesopfer gefordert hat.

Harmlos hingegen sind Schnaken (lat. Tippulidae), die mit einer Flügelspannweite von rund fünf Zentimetern und langen Beinen auffallen – die Jumbo-Gelsen können weder Blut saugen noch stechen. Ebenso harmlos sind die Zuckmücken, die die meisten sommerlichen Mückenschwärme bilden.

Wichtig: Kratzen Sie nicht! Denn so verteilen Sie den eiweißreichen Mückenspeichel nur und verschlimmern die Symptome des Stiches.

Und so erkennen Sie einen Mückenstich: Die Quaddeln jucken sofort stark, schmerzen aber nicht. Sie sind örtlich begrenzt und weißlich beziehungsweise leicht gerötet. Die Schwellung ist etwa zwei bis fünf Millimeter groß. Es gibt keinen Blutpunkt. In der Regel gibt es nur eine Stichstelle.

Bettwanzenbisse erkennen

Die nachtaktiven Lästlinge (fünf bis sechs Millimeter groß) leben in Matratzen oder hinter Fußleisten, Lichtschaltern, Tapeten. Darum werden wir auch beim Schlafen heimgesucht – und merken es dummerweise erst Tage später, denn die Bisse jucken nicht sofort.

Und so erkennen Sie einen Wanzenbiss:

  • Bettwanzen sind nachtaktiv

    Bettwanzen stechen Dich normalerweise im Schlaf. Da sie beim Stechen die Haut leicht betäuben, bemerkt der Betroffene meist erst morgens, dass er nächtliche Dinnergäste hatte.

  • Unbedeckte Körperstellen

    Die Stiche finden sich vornehmlich an im Schlaf unbedeckten Körperstellen wie Hals, Gesicht, Armen, Beinen und dem Rücken.

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  • Reihenförmige Anordnung

    Erkennen kannst Du sie insbesondere an der sehr charakteristischen reihenförmigen Anordnung in sog. Wanzenstraßen.

  • Aussehen der Stiche und Linderung

    • Individuell unterschiedlich können sich juckende rötliche Quaddeln, Knötchen oder Pusteln an den Stichstellen bilden, die nach mehreren Tagen von allein verheilen. Bei starkem Befall oder intensiven allergischen Hautreaktion kann ein Arztbesuch notwendig werden.
    • Zur Linderung der Beschwerden der Stiche kommen meist Cortison-, Hydrocortison-Cremes oder gegen die Allergie wirksame Antihistaminika in Frage, die auch rezeptfrei erhältlich sind. Lass Dich von Deinem Arzt oder Apotheker hierzu beraten.
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